Samstag, 6. August 2011

Mahonien die Zweite

Ich will noch mehr mit den Beerchen experimentieren weshalb ich nochmals ernten war. Einen Teil der Beeren hab ich eingefrohren und einen Teil getrocknet. Mit dem Rest hab ich gleich nochmals eine Runde gefärbt.

Irre und komplett verrückt was diesmal herausgekommen ist.



Rechts der erste Zug, ungebeizte SoWo mit Baumwolle drin. Da hatte ich die Hoffnung dass die Baumwolle lila wird. Meine Schnur die ich zum Abbinden der Strangen verwende besteht auch zum Teil daraus und wurde bei der ersten Mahonienfärbung violett. Tja, sollte wohl nicht sein. Die Baumwolle blieb hell und die Wolle wurde sogar Braun.

In der Mitte der zweite Zug ebenfalls ungebeizte aber klassische Sockenwolle.
Eine Farbe irgendwo zwischen Aubergine und Altrosa. Dunkler und kräftiger als sie auf dem Foto erscheint.

Links eine Strange mit Alaun und etwas Weinsteinrahm gebeizt ist der dritte Zug. Der Farbumschlag ist krass. Ich bin mir auch noch nicht schlüssig ob mir das gefällt.

Aber ich experimentiere auf jeden Fall weiter.

Freitag, 5. August 2011

Ernte-Tag

In meiner Nähe hat es endlos lange Schilfstreifen aber ich hab mich nie getraut da einfach pflücken zu gehen. Heut hab ich endlich den Landbesitzer angetroffen und von ihm die offizielle Pflück-Erlaubnis bekommen. *freu* Hab wohl viel zu viel da ich in einen richtigen Rausch geriet trotz der schwülwarmen Hitze. Ich hab mir also die Schilfblüten wahrlich im Schweisse meines Angesichtes verdient.



Das ist nur ein kleiner Bruchteil meiner Ernte. Die ganze Lese reicht bestimmt für eine Frischfärbung und zum Trocknen für eine spätere Färbung.

Meine Dahlien haben leider nicht die Farbe die auf der Packung stand und wollen auch nicht so richtig blühen also ging ich auf ein Selberpflückfeld. Was tut man nicht alles für sein Färberglück.



Weil auch ich nicht alles auf einmal machen kann frier ich sie ein.

Die Reben überwuchern uns auch schon wieder fast also hab ich noch die Blätter geerntet nach dem Zurückschneiden.



Die sind direkt in den Färbertopf gewandert. Getrocknete hab ich schon genug im Lager.

Montag, 1. August 2011

Schokolade und Caramell

Nicht ganz aber daran muss ich denken wenn ich meine neuesten Färbungen mit dem grünen Fruchtfleisch der Baumnuss betrachte.



Von links nach rechts vom ersten bis letzten Zug. Ich find die Palette total toll, von Zartbitter bis Caramell.

Der erste Zug als Kaltfärbung hat noch etwas nachgedunkelt, aber dieses Braun gefiel mir nun überhaupt nicht.
4kg Nussschalenfleisch krieg ich zwar in meinen grössten Topf rein aber Wolle hat dann keinen Platz mehr. Also hab ich aufgeteilt und in zwei Töpfen gleichzeitig den zweiten Zug gemacht.

Und es hat geklappt *freu* mein erster Zug wurde ganz wunderbar dunkel.



Ein wunderschönes leicht ins Violett schimmerndes warmes Schwarzbraun (ich kriegs leider nicht besser geknipst) schöner und dunkler als ich es mir erhofft hatte.

Das ist der andere zweite Zug gefärbt auf helle Wolle.



Das Spülen hat mich allerdings fast um den Verstand gebracht. Millionen von kleinen Krümmeln die sich nur in unzähligen Wasserbädern lösen.

Deshalb hab ich danach das Fruchtfleisch in Strümpfe verpackt und wieder parallel in zwei Töpfen den dritten Zug gefärbt.



Um doch noch genügend Farbe rausziehen zu können für den vierten und fünften Zug hab ich die zwei Farbflotten zusammengekippt und nur noch je eine Strange geköchelt.



Ich bin mehr als glücklich mit der Ausbeute. Jetzt müssen nur noch meine Hände wieder ansehnlich werden. Aber das wird noch dauern. Nicht umsonst wird für Selbstbräunungscremes auch das Fruchtfleisch der Baumnuss verwendet.