Montag, 14. Januar 2013

Grau grau grau ist der Enzian

Ach nee, das stimmt glaub so nicht wirklich. *lach* Mir ist ein bisschen grau vor lauter grau, was sich wohl in meinen kleinen Grauen bemerkbar macht.

Die Dröpplerei mit kurzem Auszug mag ich nicht wirklich. Man kommt kaum vom Fleck, dafür reklamiert der Ellbogen. Also gilt es den langen Auszug zu lernen. Theoretisch kann ich das schon laaaaaange. Praktisch sah das leider völlig anders aus. Aber daran kann nur das Rad schuld. Ja sicher, denn das wollte mir partout nicht gleichmässig Fasern rausziehen.


BFL 132m/66g

Also hab ich wieder meine Spinnbücher gewälzt. Ups, das geht mit langen Fasern gar nicht so. Spinnen aus der Falte war angesagt, kann ich theoretisch natürlich auch längst. Hat dann nur leider nicht so wirklich klappen wollen und die grüne Strange ist unter viel ####! entstanden, mit dem Resultat, dass sie in der Dicke zwischen Lace und Bulky schwankt.

Doch bevor ich das Rad dem Feuergott opfere oder zum Fenster raus schmeiss, hab ich mir anderes Material hervor gekramt. Was auch immer ich damals mit der Masse an Merino in Grau geplant hatte, jetzt darf sie als Übungsmaterial herhaltenOpfer an die Spinngötter dienen.

Zuvor aber nochmals stundenlanges Lesen in diversen Foren, anschauen von siebenundrölfzig Videos, nochmals nachlesen in meinen Büchern. Schwindlig ob all der verschiedenen Technikvarianten und -vorlieben hab ich getestet und probiert.



Und dann, plötzlich, hats Klick gemacht. Zur Sicherheit noch einige Meter auf diese Art produziert, bevor mir die Augen endgültig zugefallen sind.

Am nächsten Morgen eine frische Spule eingespannt und frohen Mutes ans Werk. Jaaaaaa, jetzt klappts. Noch nicht perfekt, ab und an wird der Arm zu kurz, das ansetzen funzt auch noch nicht immer so ganz und gleichmässig ist es schon gar nicht.


Merino 127m/47g

Aber bekanntlich macht ja Übung den Meister.
Hach ja, ich hab noch einen blauengrauen Enzian.



Ursprünglich eine blassgrüne Malvenfärbung, die, beim Versuch sie mit Cochenille zu überfärben, sofort farblich umgeschlagen hat. Nicht wirklich schön, aber sicher einzigartig. Mal sehen, wo und wie ich dieses Mausgrau verwenden könnte. Vorerst eher nicht, denn von blaugrau hab ich für den Moment gerade genug. Das Wetter deckt einen allfälligen Grau-Bedarf eigentlich zur Genüge ab.

Mittwoch, 9. Januar 2013

Marathon

Mischen und kardieren bis die Kurbel glüht



in Streifen reissen, ausziehen und zu Knäuelchen wickeln



gut vermischt in eine grosse Schachtel legen und spinnen, bis diese leer ist.



Zwirnen bis die Kniescheiben klappern - haspeln - baden - trocknen und dann noch messen - wiegen - Windungen zählen. *hechel*



Farblich selber gemischte Wolle (verschiedene Merinoqualitäten und Seide) die meine bunten Strangen zur Geltung bringen darf. Der Farbton entspricht in etwa ungebleichtem Leinen, was sich im trüben Winterlicht nicht wirklich fotografieren lässt. Insgesamt sind es 462g/1058m. Damit dürfte ich nun genügend Material zusammen haben.

Was ich damit mach? Einfach dranbleiben, wird garantiert gezeigt auf diesem Kanal.

Donnerstag, 3. Januar 2013

Volle Wolle über den Jahreszahlwechsel

Jetzt schreiben wir also 13... eine neue Jahreszahl. Habt ihr gross gefeiert und seid gut rüber gerutscht? Oder schlicht und ruhig, so wie wir? Wie auch immer, ich wünsch euch ein frohes neues Jahr!

Ich selber führe weder jährliche Statistiken, noch halt ich, bloss weil die Jahreszahl ändert, genau dann Rückblick oder Vorschau. Innehalten, den eigenen Weg betrachten, an der Wegkreuzung entscheiden in welche Richtung ich weiter gehe, das tu ich immer wieder, das ganze Jahr und nicht weil ein menschlich festgesetzter Zeitpunkt es quasi erfordert.



Wir haben die Tage einfach ganz gemütlich zu Hause verbracht. Meinereiner mit viel Zeit am Radl, unterbrochen vom Mischen neuer Farben auf der Trommelkarde.



So sind einige Garne entstanden, die alle gemeinsam für ein grösseres Projekt geplant sind.



Es ist einfach herrlich, wie ich nun meine Garne, sowohl farblich als auch von der Struktur her, so mischen kann, wie ich das möchte. Und das Ganze aus Restbeständen die sich auf diese Weise zu einem neuen Ganzen verwandeln.

Alle neu entstandenen Garne sind Mischungen aus verschiedenen Merino-Qualitäten (natürliche und Industrie-Färbungen) und rohweissen Seidenfasern. Nicht fehlen dürfen die Fakten dazu:

blau 191g/327m
gelb 60g/124m
grün 125g/247m

Noch reicht es nicht für mein Projekt. Aber meine letzten Wollbestände sind zum Glück auch noch nicht völlig aufgebraucht.