Mittwoch, 8. April 2015

Zeitfresser

Eigentlich wollt ich es ja gar nicht zeigen. Nicht weil ich mich schämen würde, nein. Sondern weils überhaupt nicht schön anzuschauen ist. Ein Flop, der wohl schon bald über den Jordan geht.

Mich hat das derzeit grassierende Virus natürlich auch nicht unberührt gelassen und so dachte ich mir, ich versuch da auch mal was, aber in meiner Version.



Da ich noch nie, auch nicht mein allerallererstes Teil, nur rechteckige Teile gestrickt und zusammen genäht habe, hab ich das Ganze mit etwas Form gestrickt.

Nun die Formen würden soweit stimmen



Aber quergestrickt hat einfach den falschen Lauf und verhält sich dementsprechend. Die Morgenmantel-Optik wird natürlich durch meine Wollwahl (SoWo, die schon lange hier rumdümpelt) verstärkt. Die Knäuel sahen damals beim Kauf besser aus, als sie sich beim verstricken offenbarten. Nun denn, mein Wollschrank ist jetzt etwas leichter dank der mit Nadel Nr. 3.75 verstrickten 5 Knäuel Lana Grossa Meilenweit Grigio.

Was bin ich froh, hab ich nur Zeit und nicht auch noch schöne Wolle verschwendet... Und nein, noch mehr Zeit investier ich in das Teil nicht. Die Nadelei hat schon mehr als genug Zeit gefressen.

Fazit: irgendwann strick ich nochmals einen leichten Mantel, aber dann in der richtigen Laufrichtung, was bei mir von unten nach oben heisst.

Wie sind denn eure Erfahrungen mit quer gstrickten Teilen?

Montag, 23. März 2015

Recycling-Spinnerei

Mir war langweilig um die Finger. Mein derzeitiges Strickprojekt tut nicht so wie es sollte, aber ich hab grad gar keine Lust über Änderungen und entsprechende Neuberechnung nachzudenken. Ein neues grosse Spinnprojekt wollt ich auch nicht starten, weil ich auf eine Lieferung warte, die ich bei Erhalt sofort in Angriff nehmen will.

Was tut Frau in dieser Situation? Genau, sie kommt beim sinnieren, was sie denn nun tun könnte, auf irre Ideen. Da war noch ein Rest Baumwollkardenband. Zu wenig für was Gescheites und vor allem immer noch rohweiss. Aber irgendwo in meinem Stash hatte ich noch eine Tüte, die auch schnell gefunden war.



ein Drittel meiner Punis...

Das kardieren gestaltete sich damit noch schwieriger als es mit den zu groben Karden eh schon ist. Mein Sturkopf hats dann doch irgendwie geschafft.

Das verspinnen war noch blöder, weil das Faserzeugs zu gerne meinen langen Auszug stoppen oder gar zerreissen wollte.


die Spülchen vom very fast verwendet wegen dem dickeren Kern ;-)

Aber nicht mir mir! Drei Spülchen war das angepeilte Ziel, welches ich auch erreicht habe.


gesponnen und verzwirnt mit dem fast flyer 12:1

Verzwirnen mit Baumwolle ist nicht zu vergleichen mit den elastischen Tierfasern. Auch wenns diesmal mit drei Singles wesentlich einfacher ging als die vorgängigen Kettzwirn-Versuche. Das Drallverhalten ist auch ganz anders, schwierig zu beschreiben.. Aber ich habs geschafft und das Garn ist ausgewogen. *freu*


103m/52g

Leider hab ich das Gärnchen ausgekocht, das tu ich sicher nicht mehr. Das hat dem Garn nicht wirklich gut getan, wie man in der Vergrösserung sieht :-(



In Zukunft werden meine Baumwollgarne in heisse Waschlauge eingelegt, das reicht völlig aus, wie ich bei meinem allerersten Gärnchen feststellen konnte. Die Auskocherei erscheint mir gleich unsinnig wie das beschweren von Wollsträngen..

Aber letztendlich bin ich froh, hat meine irre Idee mit der Mischerei funktioniert, denn darum gings mir mit dieser Übung unter anderem. Jetzt wollt ihr sicherlich wissen, was denn nun daran recycled ist?
Das Garn beinhaltet geschredderte Jeans *gg* hab ich von hier. War sehr spannend, denn neben immer mal wieder vorkommenden Fadenstückchen in Blau, Rohweiss und Goldbeige kam auch ein Metallspan zum Vorschein. O_O War wohl eine Niete, die übersehen wurde bevor die Jeans dem Reisswolf gefüttert wurde.

Habt ihr auch ab und an kuriose Ideen, die dann überraschenderweise auch noch zu einem guten Ergebnis führen?

Freitag, 20. März 2015

الغزل القطن مع عجلة الغزل

Wundert ihr euch über meinen Titel? *kicher*
Nun ja, ich hab neues Spinnfeld betreten und die Fasern dafür kommen aus Ägypten. Was lag da näher als den Gockel-Translater zu benutzen den Titel in Arabisch zu schreiben? ;-)

Baumwolle zu verspinnen scheint nicht sehr beliebt zu sein. Oder fürchten sich die Spinner wegen der kurzen Stapellänge? Nun, zugegebenermassen, sie sind nicht ohne, die kurzen feinen Fäserchen



Kurzer Auszug geht damit wirklich nur sehr kurz, sprich die Finger kleben fast aneinander, deshalb spinnt man Baumwolle im langen Auszug. Nun denn, dafür muss man ihn beherrschen. Was in den diversen Videos so spielerisch und einfach aussieht, bedingt doch einiges an Übung.
Warum alle glauben, dass man Baumwolle nur mit der Takli (Handspindel) oder einer Charka (indische Kofferspindel) verspinnen kann, erschliesst sich mir nicht. Ich hab ja schliesslich schnelle Übersetzungen an meinem Rad.

Aus dem Kammzug wollte es mir allerdings nicht so recht gelingen, da hab ich irgendwas eigenartiges gemacht, was man wohl am ehesten als Mischmasch aus kurzem und langem Auszug bezeichnen könnte. *gacker*

Dementsprechend dick ist mein Single geworden.



Diesen hab ich dann als Kettenzwirn dreifach verzwirnt. Suboptimal, aber für ein Teststrängelchen reichts mir.


111m/100g (hochgerechnete Lauflänge)

Nicht übel, war selber erstaunt wie schön und weich das Gärnchen wurde. Nur zu dick ist es mir.
Nächster Schritt war dann logischerweise Punis zu rollen. Tja, blöd nur wenn einem das richtige Werkzeug dafür fehlt. Kaufen mag ich die teuren Karden erst, wenn ich mir sicher bin, dass ich mehr als nur ein paar Gramm Baumwolle verspinne. Also hab ich es mit meinen normalen Handkarden versucht, was leidlich funktioniert hat...



Ist schon fast ein Kunststück, die richtige Menge an Fasern draufzupacken, so dass sie nicht einfach nur zwischen den Häkchen verschwinden, sich rollen lassen, aber die Punis nicht zu dick werden lässt.

Aber der lange Auszug hat damit geklappt. Noch nicht regelmässig, aber es funzt *jubel*



Ich hab übrigens nicht den very fast flyer benutzt, so schnell sind meine Finger noch nicht, der fastflyer hat ausgereicht. Es braucht also auch keine irre schnelle Übersetzung. ;-)

Baumwolle lässt sich wegen der kurzen Fasern nicht haltbar dick spinnen, weshalb man Mehrfachzwirne macht um auf die gewünschte Garnstärke zu kommen. Aber ich mochte natürlich nicht drei Spulen mit ein bisschen was füllen und hab's deshalb wieder mit Navajozwirn versucht. Nicht wirklich der ideale Weg, aber ein Gärnchen ist's, mit Einsatz aller Körperteile, geworden.


200m/100g (hochgerechnete Lauflänge)

Haaaaaah, im Vergleich deutlich erkennbar, diesmal bedeutend feiner und auch regelmässiger geworden.


links gesponnen aus Kammzug - rechts gesponnen aus Punis

Jetzt fehlt mir schlicht und einfach Übung. Aber dafür möcht ich dann doch etwas Farbe haben. Auf Dauer ist Rohweiss nicht wirklich berauschend. Also werd ich als nächstes Baumwollfasern nachordern und färben - wiederum Neuland...

Sehr hilfreich waren für mich die Videos von Joan Ruane
Man sieht und spürt, dass sie sehr viel Erfahrung mit Baumwolle hat und sie gibt ihr Wissen auch, wie ich finde, sehr gut verständlich weiter.

So machts Freude, neues zu lernen.
Und ihr, mögt ihr neue unbekannte Herausforderungen?
Machst euch auch Spass, neue Techniken zu lernen?

Sonntag, 15. März 2015

Maculosa

Mein tweedigen Batts sind umgewandelt :-)



Ich wusst ja nicht wieviel es gewichtsmässig ist, hab mir einfach die Batts gleichmässig aufgeteilt, so dass ich eine gerade Anzahl Spulen mit Singles füllen konnte.



Das ergab dann auch gleich viele Zwirn-Spulen. Sorry, nachts mit heller Tageslichtlampe geknipst. ;-)



Die Laufmeterzahl (186m/100g) lässt ein dickes Garn vermuten. Liegt vielleicht daran, dass ich die Strangenlänge liegend messe und mein Garn sehr elastisch ist. Vielleicht hab ich mich auch verzählt, verrechnet oder mein Waage spukt?


940g/1748m

Egal, ich hab sicher genug an Laufmetern und nur das zählt für mich. Auch wenn ich noch keine Ahnung hab, was ich damit stricke.



Spannend war zu beobachten, wie die eigentlich rot, fuchsia und violett gefärbten Wollkügelchen ihre Farbe während dem ganzen Prozess veränderten. Während dem spinnen wirkten sie enttäuschend rosa und lila.. Jetzt im fertigen Garn wirken sie zum Glück nicht mehr so blass und ich hoffe, das tun sie dann auch im Strickwerk.

Vorerst wandern sie in meinen Wollkasten. Da liegt noch anderes rum, was endlich verstrickt werden will...

Freitag, 13. März 2015

Blün

Meine Kurbellust ist ungebrochen, weshalb mich die Ankunft der Stare gleich dazu verleitete den damit definitiv einkehrenden Frühling mit Grün zu feiern.



Mein Fundus an Eigenfärbungen in Grün war gross genug und so hab ich mir Batts zusammen gekurbelt, die mengenmässig für genug Strickmaterial für ein grosses Projekt ausreichen werden.



Bin gespannt, wie es sich verspinnen lässt, ist es doch eine recht irre Mischung aus BFL und Merino, die mit Seide, Milchseide und Leinen durchsetzt waren. *lach*



Es wird wohl ein recht strukturiertes Garn geben, was ich sehr mag.

Habt ihr gewusst, dass es nicht in allen Sprachen dieser Welt die gleich grosse Vielfalt an Farbenbezeichnung gibt? Eine Diskussion in Ravelry hat mich zu diesem interessanten Wikipedia-Artikel geführt. Irre, nicht?