Mir brennt aus aktuellem Anlass (Sehnenscheidenentzündung ) eine Frage auf den Nägeln. Was macht eine süchtige Strickerin, wenn sie aus irgendwelchen, z.B. gesundheitlichen Gründen, nicht stricken darf?
Ganz einfach, sie spinnt und/oder heizt den Färberkessel auf.
Und da ich dies schon erwähne: Ich brauch Nachschub, weil ich von dieser irren Färbung leider zu wenig Material für ein laufendes Projekt hab. Perfekt gleich ist es nicht geworden, aber doch wieder Blau.

Dies war allerdings bereits der zweite Versuch, das erste Mal ist die Färbung nämlich nicht Blau sondern Grau geworden. Hab ich leider nicht geknipst. So hab ich als zweiten Zug die Strangen nochmals im Färberkessel versenkt und aus einer Intuition heraus noch etwas Weinsteinrahm mit dazu gegeben.

Und nun hab ich doch tatsächlich violette Wolle.
Jetzt aber doch noch gezielter zur Dienstagsfrage:
Ich hab zum Glück ganz ganz selten gesundheitliche Probleme wege'm Stricken. Sehnenscheidenentzündungsanzeichen hatte ich bis jetzt nur wenige Male, da hab ich aber auch wie 'ne Wahnsinnige ganztägige Strickmarathons gemacht und dabei vergessen meiner Körperhaltung genügend Aufmerksamkeit zu schenken. Denn nicht nur eine gerade Sitzhaltung sind wichtig, auch das nicht hochziehen der Schultern, die Stricknadeln nicht verkrampft zu halten, sowie gutes Licht, damit man die Arbeit nicht knapp vor der Nase haben muss um überhaupt was zu erkennen.

Fazit: es ist gut, wenn man mehr als eine Leidenschaft hat und so dem Körper auch unterschiedliche Belastungen zumutet. Da ich zwischen Spinnrad, Stricknadeln und Färbetopf hin und her switche, ist die Gefahr von einseitiger Überlastung massgeblich kleiner, ganz abgesehen davon, dass es mein Hobbyleben vielseitiger macht.
Ich muss zugeben, mit ist es oft schleierhaft, warum so viele Stricker mit Sehnenscheidenentzündung zu kämpfen haben. Strickt ihr soviel oder habt ihr eine dafür förderliche Körperhaltung? Oder bin ich einfach nur ein Glückspilz was dies anbelangt?