Dienstag, 19. Mai 2015

Strickdiagramm oder Mustertext?

Das Wollschaf fragt heute:
Strickschrift oder das Muster reihenweise in Worten beschrieben – was ist Dir lieber und warum?
Gibt es ggf. bestimmte Arten von Strickschriften, die Du bevorzugst?
Was machst Du, wenn Dein Wunschmodell keine Strickschrift bzw. keine Beschreibung in Worten hat? Durchkämpfen, umändern oder ganz verzichten?

Ich bin ganz klar ein Verfechter von Charts, Diagrammen und vermasster Teileübersicht. Empind ich als einfacher und schneller erfassbar, was für mich wichtig ist während dem Stricken. Weil ein schneller Blick auf die Anleitung genügt um weiter zu machen - ohne dafür die Strickarbeit aus der Hand legen zu müssen.
Deshalb ziehe ich auch Musterbücher vor, wo die Strickmuster mit Diagrammen dargestellt werden.

Es nervt mich zugegebenermassen auch, wenn eine Anleitung für ein Teil weiss ich nicht wieviele Seiten umfasst, was mit Textanleitungen zwangsläufig der Fall ist. Verbraucht schliesslich auch um so mehr Papier, geht also, für mich, auch Richtung Verschwendung.

Für mich selber, stricke ja eher selten nach Anleitung, arbeite ich auch am liebsten mit Diagrammen. Sei es nun für Partien wie Armlöcher oder Halsausschnitte oder gleich das ganze Teil, ich zeichne mir mittlerweile ganz viel vorgängig am Compi mit meinem Strickmusterprogramm vor.



Wichtig ist aber auch, dass Mustercharts mit gängigen, sprich logischen Symbolen verfasst sind. Das berühmt berüchtigte Negativbeispiel Omas Strickgeheimnisse schreckt mich immer wieder ab, weil ich da erst selber ein Chart schreiben müsste und steht deshalb bei mir praktisch unbenutzt im Regal.

Kurz gesagt: nur Text schreckt mich ab und kann dazu führen, dass das Modell aus der Wahl fliegt. Es sei denn, es ist möglich mit nicht all zu grossem Zeitaufwand schnell selber ein Chart zu tippen.

Was ist euch lieber: Charts oder ausgeschriebener Text?
Welches davon könnt ihr leichter und schneller erfassen?

Kommentare:

  1. Ich mag eigentlich nur Strickschriften. Eine ausgeschriebene Anleitung kann schon mal dazu führen, dass ich mich dann doch für ein anderes Modell entscheide. (Wobei so ganz an die Anleitung halte ich mich eh selten)

    LG

    Sylvia

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  2. Mir sind graphische Darstellungen oder Strickschriften auch viel lieber, da ich nur nach eigenen Entwürfen arbeite.
    Der Hinweis auf "Oma´s Strickgeheimnisse" veranlasste mich dazu, das Buch wieder aus dem Regal zu nehmen und die Muster anzusehen. Die Musterauswahl finde ich großartig und immerhin gibt es doch für fast alle Muster eine Strickschrift für Reihen - und eine für Rundenstrickerei! Die Symbole finde ich auch recht gewöhnungsbedürftig, kann man aber lernen oder sich eben in eine geläufigere Symbolschrift umschreiben. Wenn man eine Fremdsprache lernt, muß man schließlich auch mal umdenken...
    Zur Zeit arbeite ich an einem Herrenpullover mit einem asymmetrischen Muster mit verzogenen Maschen, ohne graphische Darstellung hätte ich da große Probleme. Und mußte leider trotzdem schon manche Reihe wieder auftrennen...
    Die schriftlichen Anleitungen halten alleine aufgrund der Länge viele Interessierte ab, man hat schon keine Geduld, den langen Text zu lesen.
    Liebe Grüße
    Tyche

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  3. Ganz eindeutig: Charts! Bei Reihe-für-Reihe-Text-Anleitungen werd ich irre, es ist einfach viel zu aufwändig und man hat immer Angst, mal um eine Reihe zu verrutschen. Es gibt zwei Pullis, die ich so gestrickt habe, beide mag ich sehr, aber das Stricken selber hat mir keinen Spaß gemacht, zu viel Konzentration ist notwendig und Stricken soll ja entspannen! Wenn es nur um ausgeschriebene Muster geht (Barbara Walkers Treasures fallen mir da spontan ein), so mache ich als erstes einen Chart draus und dann versuche ich es nachzustricken. Meist gelingt das auf Anhieb ;-)

    Liebes Knuddele
    Regina

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  4. Auch ich habe Chart oder Strickschriften lieber und wenn eine tolle Anleitung aus so einer Textflut besteht, dann tendiere ich schon dazu mir selbst ein Schema zu malen...ist einfach übersichtlicher und wenn ich dann weiß, wie gestrickt werden soll. lege ich los und passe da szu strickende Teil an mich an ((-:
    LG Gaby

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  5. Ein ganz klares "Sowohl-als-auch"!
    :-D
    Klar: ein Chart gibt erstmal den besseren Überblick, wie das Muster so läuft und wie alles am Ende aussehen sollte.
    Man kann prima ein Lineal auflegen, Klebeschild anbappen, etc. um zu sehen, wo man sich gerade befindet und auch die neue Technik (z.B. KnitCompanion, xls oder ein pdf in bearbeitbarer Form) lässt sich einfacher mit Charts füttern.
    Allerdings finde ich es für mich ganz persönlich oft hilfreich, wenn mir der Designer das "richtige Lesen" des Charts einmal in Textform abnimmt.

    Eine komplette Anleitung; nur Text? Schwierig.
    Dabei kommt mir der Windward von Frau Kirrmaier gleich in den Sinn - das war echt ein hartes Stück Brot! 389 Reihen einzeln beschrieben, aber das Tuch liebe ich ♥

    Was die Symbole angeht bin ich ganz bei dir.
    Sobald das zu wirr wird (weil untypische oder zu ähnliche Zeichen) bin ich raus und suche mir ein anderes Muster.

    Ein Hobby soll schließlich Freude schenken. Vorher, während und nach der Fertigstellung wäre das Optimum.
    LG Lehmi

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    1. Oh ja, der Windward, den hab ich ja auch gestrickt. Aber immerhin macht Frau Kirrmaier praktische und übersichtliche Diagramme, die das Leben deutlich erleichtern. ;-)

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  6. Ich bin Chartstrikerin, der Text ist für mich persönlich überflüssig. Darf ich fragen mit welchem Strickmusterprogramm du deine Charts tippst?
    LG
    Aurelija

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    1. Ich hab Intwined Pattern Studio, findest du mit dem Gockel leicht. Sorry, hab grad den Link nicht zur Hand. ;-)

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    2. Da binich voll und ganz mit deiner Meinung, ausser ein Muster verlangt dien Text, weil praktisch jede Nadel anders ist.

      Liebe Grüsse
      Brigitte

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