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Dienstag, 26. April 2016

Sieben Jahre...

sind es nun fast, wo ihr mich beim Färben...

Verschiedene Färbungen mit Lac-Dye
gefärbt auf 100% BFL nach Rezepten aus Dorothea Fischers neuem Buch

...Kardieren...

selbst kardierter Farbverlauf

...Spinnen...

100% Merino 875m/200g

...und Stricken begleitet habt.

Meine Fysalides, ein 68 x 220 cm grosses Tuch

Schön wars und ich bin sehr dankbar dafür. Schöne Kontakte, ja sogar Freundschaften ♥ haben sich aus dem Bloggen entwickelt. Ich selber durfte vieles lernen mit dem bloggen, nicht nur Computer technisch.

Farbverlauf gelungen *freu* geht sanft von Violett zu Jadegrün und wieder zurück zu Violett

Nun bin ich mittlerweile hauptsächlich auf Ravelry aktiv, die Datenbank dort macht vieles einfacher und die direkte Kommunikation in den Gruppen ist einfach schön.


Da ich meine Zeit aber nicht hauptsächlich am Compi, sondern mit meinen geliebten Fasern verbringen will, leg ich hier mal eine Pause ein. So schön die Bloggerzeit war - über eine Million Besucher, boah, das hätt ich ja nie gedacht als ich mit meinem Blog anfing - alles hat mal ein Ende. Ein riesengrosses Danke an euch und euer Interesse an meinen Geschreibsel und meinen Bildern!

Den Blog lass ich stehen, schon wegen der Anleitungen. Und wer weiss, vielleicht packt mich doch irgendwann wieder die Lust? Ich verschwinde jedenfalls nicht völlig aus der virtuellen Welt.

Wir sehen uns - auf Ravelry :-)

Freitag, 25. September 2015

Kreatives Stricken

Immer wieder werde ich beim Zeigen meiner Strickwerke nach Anleitung gefragt. Nun, kreatives Arbeiten heisst die eigene Phantasie und Intuition zu verwenden und genau das tu ich. Vieles wächst direkt auf meinen Nadeln, ohne irre und aufwendige mathematische Jonglierereien, eben spontan und deshalb auch nirgends notiert. Es ist eh jedes Material wieder anders im Verhalten und zweimal dasselbe strick ich eh nicht. Mein Blog soll als Inspiration dienen und auch Mut machen, eigene Wege zu suchen und probieren.

Mit dem Strickbuch gebe ich euch stricktechnisch die Grundlagen dazu. Auch wenn es niemals vollständig sein kann, so versuch ich doch von mir angewandte Techniken dort zu zeigen – sofern es mir die Zeit zulässt.

http://alpistrickbuch.blogspot.com/

Stricken ist in erster Linie ein Handwerk, was gelernt werden will, wie vieles andere auch. Und auch hier gilt: durch Fehler lernt man am meisten. Und so wie wir damals in der Schule mühsam die ersten Buchstaben gemalt haben und erst durch Übung die Fähigkeit erlangten einfach drauslos zu schreiben, ist es auch mit dem Stricken.

Als ich das Stricken lernte, konnte ich noch nicht mal lesen. *lach* Aber es gab auch nur wenige Strickbücher, Internet war etwas aus SinceFiction, unvorstellbar, dass sowas mal möglich sein wird. Man musste zwangsläufig selber Wege finden, weil nicht immer eine Freundin, Mutter oder Nachbarin wusste, wie man dies nun macht oder lösen könnte. Ich denke, gerade deshalb hab ich so einen grossen Fundus an Strickwissen, weil ich mir vieles selber erarbeiten oder gar austüfteln musste.

Mit dem Handwerk selber etwas zu gestalten ist auch Übungssache. Die Vorstellung vieler Stricker, dass ein Strickmodell einfach mal so und auf den ersten Anhieb zustande kommt, hat aber so gar nichts mit der Realität zu tun.
Was als Design auf Ravelry präsentiert wird, ist es in den meisten Fällen nicht wirklich. Zu Design gehört weit mehr, als einfach einen Pullover oder Jacke zu stricken. Es ist ein langer Entwicklungsprozess, bis ein Kleidungsstück wirklich ein gutes Design hat. Nicht umsonst ist Modedesign ein Beruf, der eine entsprechende Ausbildung erfordert.

Nun geh ich natürlich für meine gestrickten Teile nicht gleich vor, wie wenn ich eine Kollektion designen würde.
Trotzdem, wenn ihr hier ein Werk von mir zu sehen bekommt, seht ihr nicht, wie oft ich auf dem Weg zum fertigen Teil Probeläppchen gestrickt habe oder ein begonnenes oder gar fast fertiges Stück wieder aufliess, weil der ursprünglich angedachte Plan nicht hinhaut oder ich ein völlig anderes Material suchen muss, weil Idee und gewähltes Material nicht zusammen passen wollen oder die Proportionen nicht stimmen, es zwar flach gut ausschaut aber getragen nicht, ect. Das klingt jetzt vielleicht für viele nach unendlich viel Arbeit und Mühsal, ist es aber nicht wirklich. Denn genau das macht das kreative Arbeiten aus!
Und den Spass am Stricken kann man ja auch an Teststücken und Versuchen ausleben. ;-)



Es ist der Prozess an sich, das entwerfen, erfinderisch sein auf der Suche nach Lösungen, um letztendlich etwas wirklich Einzigartiges zu erschaffen. Eben ein kreatives Werk und nicht bloss ein Machen, sprich nach genauer Vorgabe ein Teil zu nadeln. Das gibt eine Befriedigung, die kein Stück nach Anleitung gestrickt zu geben vermag.

Sich an Strickwerken anderer zu inspirieren hat auch nix mit klauen zu tun, auch wenn das viele aus falsch verstandenem Urheberrecht glauben. Auch die grössten Modedesigner holen sich ihre Ideen auf der Strasse. ;-) Was man daraus macht ist entscheidend!

Weil für mich Stricken in erster Linie ein gestalterisches Hobby ist, ich selber gerne frei und kreativ arbeite und dies auch fördern möchte, schreib ich ganz selten Anleitungen. Ich wünsch mir im Gegenteil wieder mehr Blogger, die inspirierend posten. Das braucht kein Preisgeben von Details, aber das erzählen über einen Prozess bzw. wie man für sich die Lösung gesucht und gefunden hat, das ist Inspiration pur! Das lässt, wenn man sich dafür öffnet, eigene neue Ideen wachsen.



Gute Fachbücher (müssen nicht die neuesten Werke sein, stricken wurde nicht erst kürzlich erfunden) ein bisschen Zeiteinsatz für Internetrecherchen, es gibt heute so viele Möglichkeiten Lösungen zu finden. Man muss auch nicht jede Technik beherrschen, schon mit den einfachsten Strick-Grundkenntnissen lässt sich unendlich viel gestalten. Und mit jedem Strickstück kann man sich einer neuen Herausforderung stellen.

Viele stehen sich dabei aber selber im Weg, weil sie sich nur auf Strickanleitungen verlassen und möglichst jeden Schritt ganz genau erklärt bekommen wollen. Damit verbaut man sich jedoch selber die Möglichkeit durch Erfahrung Erkenntnisse zu gewinnen, auf denen man sich weiter entwickeln kann.

Als Kontrast zur Arbeitswelt, wo man möglichst viel in möglichst kurzer Zeit und meist auch noch in einer genormten Weise leisten muss, ist es doch umso wichtiger im Hobby den Ausgleich dazu zu haben. Das bewusste Tun gepaart mit spielerischer Kreativität – dann ist es Genuss, Befriedigung für die Seele und Erholung pur.

So ist und bleibt das Hobby Stricken auch interessant und spannend. Man braucht dafür keinen sinnlos grossen Garn- und Wollvorrat. Aus dem Vorhandenen etwas zu gestalten ist im Gegenteil eine spannende und schöne Herausforderung und wenn‘s gelingt, hat man letztendlich ein exklusives Einzelstück.

Und macht dies nicht viel mehr Freude, als ein vollgestopfter Kleiderkasten mit bergeweise gestrickten Tüchern und Pullovern?

Dienstag, 7. Oktober 2014

Warum diese Shitstorms?

Wieder einmal beschwört ein abwertender Artikel über handarbeitende Frauen einen Shitstorm in Netz herauf.
Was denkst Du?
Warum fühlen sich so viele Frauen sofort angegriffen und gehen in den Verteidigungsmodus, sobald jemand abwertend über Handarbeiten schreibt?
Mangelt es der handarbeitenden Frauenwelt vielleicht einfach nur an dem Selbstbewusstsein, über solches Geschreibsel mit einem milden Lächeln hinwegzusehen?

Der Artikel wär ja glatt an mir vorbeigegangen, wenn nicht das Wollschaf wär. Ich hab ihn jetzt schnell überflogen und was soll ich sagen, ich versteh die Aufregung nicht.

Mir ist egal, was die Autorin von Handarbeit hält, das soll jeder halten wir er möchte. Auch wenn ich ihr in einigen Punkten durchaus recht gebe, mich darüber aufregen tu ich nicht. Wozu auch? Anscheinend ist das Bedürfnis nach Bastelei da, sonst würden all die Shops nicht florieren. Wenn wer Spass dran hat hundert Kosmetiktäschchen zusammen zu zimmern, von mir aus. Ich bin weder gezwungen, solche Blogs anzusehen noch muss ich was in den Bastelshops kaufen.

Warum deswegen ein Shitstorm losgeht? Ich denk, jeder der sich darüber aufregt wurde an mindestens einem Punkt getroffen. Aber es ist ja so viel einfacher, jemand anderen nieder zu machen statt sich mit sich selber auseinander zu setzen. Wenn ich mich in einem der Punkte angegriffen fühlen würde, tät ich in mich gehen um heraus zu finden, wo meine Schwachstelle ist und warum. So, wie ich auch in der Kolumne erkennen kann, wo die Schwachpunkte der Journalistin liegen, nur dass ich mich damit nicht auseinander setzen mag, denn es sind ja ihre.

Shitstorms können gute und starke Wirkungen erzielen - aber bitte, dann für die wirklichen Probleme dieser Welt. All die Aufregung, Zeit und Energie, die hier verschwendet wurde, viel zu schade für einen Fall wie diesen...

Mittwoch, 15. Januar 2014

Ich bin gerade sehr aufgewühlt, nachdem ich die Filme zum Experiment auf der Flucht gesehen habe.

Als ich dann noch diesen Artikel auf Netzfrauen.de las, sind mir so einige Gedanken durch den Kopf gegangen. Wollen wir wirklich nicht wahrhaben, welchen Preis unser Lebensstil hat? Es ist verrückt, das Thema ist nicht neu. Im Buch Chemie im Kleiderschrank wurde es schon vor 20 Jahren aufgezeigt!

Dazu die Ausbeutung der ärmsten Länder. Zum Beispiel die grausligen Umstände der Jeansproduktion, wie der Film der ARD schonungslos aufzeigt.
Warum muss eine Jeanshose schon alt und abgenutzt aussehen, wenn man sie neu kauft? Warum müssen Löcher und Risse mit Absicht in ein neues Produkt aus Baumwolle, also einem kostbaren Rohstoff aus der Natur, künstlich mit schärfster Chemie erzeugt werden? Warum muss ein neues Kleidungsstück aussehen, als ob es alt sei? Mit dem Preis, dass die Hose nach einem Jahr auseinanderfällt, weil die chemische Malträtur den Stoff dermassen geschwächt hat? Ganz zu schweigen vom Blut, das daran klebt?

Schuhe sind auch so ein trauriges Kapitel. Billig billig, damit möglichst ein jeder hundert Paare davon in seinem Schrank haben kann. Produziert auf Kosten von Menschenleben. Schuhe, die nach kurzer Zeit auseinanderfallen oder falls doch haltbarer, nicht mal frisch gesohlt werden, weil das teurer ist als ein Paar neue? Und auch hier, Regale gefüllt mit pseudoalten Schuhen.

Ist unsere westliche Welt wirklich so weit, dass wir mit künstlich schäbig aussehend gemachten Kleidern unsern Wohlstand leben müssen? Und alles billig sein muss, damit wir unser Geld auch noch für anderes ausgeben könne? Tausend und ein Spielzeug, egal ob für kleine oder grosse Kinder, Hund oder Katze - Wollvorräte in Mengen, die niemals in einem Menschenleben verstrickt werden können - Bastelkram, verarbeitet mit hundert verschiedenen Werkzeugen aus Plastik (wo ist nur die Kreativität geblieben?) - etc. Die Auflistung liesse sich beliebig verlängern.

Nein, ich will hier niemanden anklagen. Denn auch ich bin nicht davor gefeit in diese Muster zu fallen. Der Gesellschaftsdruck ist enorm, die Kaufversuchungen angefeuert durch offene und versteckte Werbung, auch mit Sound- und Geruchbelästigung nicht zu unterschätzen.
Aber ich kann mich entscheiden achtsam zu sein, mich zu fragen, ob ich den Kaufwunsch wirklich befriedigen muss oder ob nicht eigentlich ein anderes Bedürfnis in mir das Konsumverhalten auslöst.
Denn zum glücklich und zufrieden sein bedarf es nicht materieller Dinge. Im Gegenteil, je einfacher man lebt, umso zufriedener wird man, denn es fordert die Kreativität geradezu heraus.

Klar, man ist eher ein Alien, wenn man nicht jedem Modehype hinterher rennt, ein Auto fährt, was nicht geleast sondern bezahlt ist, nicht mindestens einmal jährlich in den Urlaub fliegt usw. Es braucht Kraft den Versuchungen zu widerstehen. Aber es macht auch unglaublich viel Spass, zu wissen, das man das alles gar nicht braucht.
Mein Glück, dass ich schon als Kind gelernt habe, dass das Tun an sich glücklich macht. Es keine fertigen Bausätze braucht, sondern mit ein bisschen Hirnschmalz und Kreativität die tollsten Dinge entstehen können. Also mehrfache Freude und Spass, nämlich beim Entwerfen und Planen, danach beim Machen und letztendlich am Ergebnis. Die Lernprozesse, die man dabei machen darf und natürlich die Freude, wenn es, mal mehr, mal weniger, gelungen ist.

Wir haben das Glück in einer der sichersten Regionen dieser Welt leben zu dürfen. Haben wir da nicht geradezu die Pflicht achtsamer zu sein? Und dies auch mit unseren Hobbys?