Ja tatsächlich, ich hab mal wieder was fertig gebracht. :-)
Die
steingraue Wolle, schon ewig lange gesponnen, war eigentlich schon verstrickt. Das war aber so floppmässig, dass ich alles wieder aufribbelte, die Wolle stranguliert und gewaschen habe. Denn mein
bunter Farbverlauf, den ich beinahe beim umziehen entsorgt hätte, rief mir plötzlich zu, was er werden will.
Mein
Wollkuchen war natürlich kein Schal, trag ich nicht und stricken schon gar nicht, sondern die schön aufgerollten Streifen. ;-)
Gestrickt hatte ich diese fast schneller als danach die Dinger zusammen gefügt. Ich wollte nicht das 3-Nadelabketten machen, weil dadurch die Sichtnaht auf eine Seite kippt statt schön mittig in den Streifen zu liegen.
Deshalb hab ich ein bisschen herum gepröbelt und letztlich die Naht mit Kettmaschen gemacht. Dafür häkel ich zuerst an einer Kante in die Randmaschen eine Reihe Kettmaschen. Danach folgt eine zweite Kettmaschenreihe, welche ich durch diese Kettmaschen und dann durch die Randmasche (von vorn nach hinten) am nächsten Streifen, der daran kommen soll, häkle. Der Faden ist also hinten am anzusetzenden Streifen. Die erste Kettmaschenreihe kommt so an den angesetzten Streifen liegen, die neue legt sich am ersten an.
I-Cord wollte mir mit dieser Wolle nicht schön gelingen, deshalb hab ich die Randmasche an der Kante, wie bei allen Streifen, am Ende links abgehoben und am Anfang re gestrickt. Zum Schluss auch hier mit Kettmaschen gearbeitet und so eine Pseudo-I-Cord gestaltet, indem ich in die Randmaschen eine Kettmaschenreihe häkelte, dabei aber hinten eine lange Rundnadel mitlaufen liess und beim holen der Maschen einen Umschlag auf diese legte. Das ergibt letztendlich gleich viele Umschläge wie Kettmaschen, welche man danach wie Kettmaschen abhäkeln kann und somit vorn und hinten dasselbe Bild erhält.
Eigentlich hatte ich für die Jacke eine Anleitung. Aber wie das nun mal so ist bei mir, meine Hände gingen ihre eigenen Wege. Nicht nur die MaPro hat nicht gepasst, nein, ich wollt auch nicht ein simples rechteckiges Ding stricken. Mein Buntstreifenhörnchen hat Schulterschrägung, die Ärmel eine schön geformte Naht und oben eine leichte Armkugelrundung und die Streifen hab ich unten weiter gestrickt, damit die Glocken auch zum Wirken kommen. Mein Kragen ist mit verkürzten Reihen als richtiger Schalkragen geformt, was heisst, dass er in der Mitte hinten auch breiter ist als der Streifen, der als Unter- und Übertritt dient.
Von der steingrauen Wolle hab ich nur noch ein Reststück von ca. 1.50m, ich hab also arg gezittert zum Schluss, obs wirklich reicht. Insgesamt wiegt die Jacke nur 861g, obwohl sie total weit ist. Gestrickt mit Nadel Nr. 4.5, ist sie gar nicht so dick wie sie scheint, sondern so richtig angenehm leicht, kuschlig und warm.
die Endstücke aller vernähten Fäden, ca. 10g
Leider hab ich keine bessern Fotos hingekriegt. Übers Wetter und die dementsprechenden Lichtverhältnisse ist genug geschrieben worden. Colette (Schaufensterpuppe) bewacht das Lager in der Werkstatt, ist also unerreichbar, mein Fotograf kommt erst heim, wenns schon dunkelt und mein Spiegel ist auch nicht hitverdächtig. Trotzdem, damit ihr doch noch sehen könnt wie die Jacke getragen wirkt, hier noch ein Bildchen
aufgenommen in meinem halbblinden Spiegel. Obs je bessere Bilder gibt, kann ich nicht versprechen. Das hängt davon ab, ob ich den Fernauslöser in absehbarer Zeit wieder finde...
Zum Schluss die zusammen gefassten Fakten:
Anleitung:
Panel Jacket von Carol Lapin
Handgesponnene Wolle, total 1616m 861g
Nadel Nr. 4.5