Dienstag, 30. Juni 2015

Kleine Zwischenstrickerei

Weil das Muster solchen Spass macht und hier noch Reste von meiner Jacke herum lagen



hab ich damit gleich noch ein Notched Ham Tank Top gestrickt, diesmal hab ich mich (fast) komplett an die Anleitung gehalten, nur das Körperteil ist um ein Segment länger, die Armlöcher etwas kürzer und die Umrandung von Ausschnitt und Armlöchern hab ich auch nach meinem Gusto gemacht.

320g Buttinette Lienna (88% Baumwolle 12% Leinen 95m/50g) verstrickt mit Nadel Nr.4

Jetzt gehts Vollgas ans Spinnrad, die Spulen müssen leer sein bis Samstag... *hechel*

Sonntag, 28. Juni 2015

Sommerliches Fasergewerkel

Schon lange möcht ich Baumwollkardenband färben und bin, aufgrund meiner Erfahrung im Färben von Baumwollgarnen recht unbekümmert an die Färberei rangegangen. Da ich noch einiges an EMO-Farben hier habe und sie kenne, hab ich diese auch für die Faserfärberei hergenommen.



Drei mal ca. 200g Baumwolle wollt ich färben, was einiges an Beschwörungsformeln brauchte, denn die Farbe bzw. die Fasern haben rumgezickt. So musste ich alle zweimal im Färbetopf versenken, aber nun sind sie bunt, hähä!



Mittlerweile sind hier auch die richtigen, nämlich sehr feinen Karden für Baumwolle eingezogen. Phuuuuuh, das hantieren damit ist ganz anders. Die ersten Teströllchen sind nicht so wirklich toll geworden. Bis ich die drei Bälle alle zu Punis gerollt habe, bin ich aber sicher Meister im Handling mit den Baumwollkarden. *gacker*

Als ich mit dieser Baumwoll-Färberei starten wollte, war eigentlich alles da - bis auf genügend Salz... da hab ich aus lauter Frust meine Kisten mit pflanzlichen Fasern durchforstet und eine spontane Kurbelaktion gestartet.



Ein ganz anderes arbeiten! Leinen und Hanf muss direkt auf die grosse Trommel gegeben werden, sonst hängt nämlich alles an der kleinen. Mein Kardenband ungebleichtes Leinen ist echt gut, die Fasern sind seeeehr lang, zum Glück aber doch noch kürzer als der Trommelumfang. Die Hanffasern sind etwa halb so lang, aber zumindest gleich lang wie die der Maulbeerseide, die ich noch dazu gemischt habe. Das ganze wieder von der Trommel zu bekommen war allerdings auch leicht knifflig.



Es gibt auch eher Fladen als Batts *lach* und das Spinnen meiner Mischung erfordert viel Vorarbeit. Ohne vorziehen geht nämlich gar nichts. Die erste Spule hab ich nun aber doch bereits voll. *freu* Den Rest meiner ca. 600g muss ich allerdings bis zum Start der Tour de Fleece auch geschafft haben, weil dafür die Spulen ja leer sein müssen.



Am Freitag hatten wir auch endlich wieder Spinntreffen im Arenenberg und es war so herrlich! Wir konnten draussen sitzen, die Mücken hielten sich anständig zurück und wir sassen wirklich draussen bis es definitiv zu dunkel war zum spinnen.



Den wunderbaren Sonnenuntergang hab ich blöderweise nicht festgehalten, könnt ihr aber bei Rita sehen. Es war die späteste Dämmerung dieses Jahr, welche mich auch auf der Heimreise auf fasznierende Weise weiter begleitete. Irgendwie irre mit Scheinwerfer durch die Gegend zu fahren und dabei im Westen immer noch diese Helligkeit zu sehen.

Ich bin gerade sehr glücklich, dass ich nun endlich die klassischen Sommerfasern spinntechnisch und auch noch in der passenden Jahreszeit anpacken kann. Und wie verbindet ihr euer Hobby mit der Jahreszeit?

Sonntag, 21. Juni 2015

Keinen Zentimeter zu viel...

Nachdem ich nun endlich mein Leinen-Seidengarn fertig gesponnen hatte, wollt ich es auch gleich verstricken - bevor der Winter schon wieder vor der Tür steht. Mit rund 800m Lauflänge war natürlich kein Riesenprojekt möglich.



Also hab ich ein Top angestrickt. Doch in Anbetracht der ach so wenigen Tage, wo wir hier wirklich ärmellos tragen können, überlegte ich mir, ob ich nicht statt Träger vielleicht doch besser eine überhängende Schulter oder kurze Ärmel stricke? Das Garn gefällt mir zu sehr, als dass ich es nur wenige Tage tragen können will. Pullunder erinnern mich an eine grausige Mode, weshalb ich auch niemals ein Trägertop über einem Shirt tragen würde.

Doch weder die überhängende Schulter, ob ohne oder mit schmalem Bündchen, noch kurze Ärmel gefielen mir so richtig. Diese nicht abgelichteten Versuche zeigten mir aber, dass mein Garn wesentlich weiter reicht als gedacht und es wuchsen kühne Wünsche.

Langer Rede kurzer Sinn, die Ärmel wurden - nach drei Versuchen - genau so lang wie ich wollte. Das Garn hat haarscharf gereicht. *gg*



Okay, das vernähen ging grad noch so knapp, aber mehr brauchts ja nicht. Es war zwar ein Krimi, bis ich raus hatte, wie weit ich sie stricken kann, damit das Material für die Länge reicht und sie trotzdem nicht zu eng wurden. Gestrickt hab ich beide Ärmel gleichzeitig von einem Knäuel, was natürlich auch ab und an die obligate Fadenentwirrung erforderte.

Tadaa, nun hab ich ein Shirt mit dreiviertel Ärmeln, was ich viel öfter tragen kann als ein Trägertop.


Heut wär zwar der längste Tag, nur mit dem nassen, kalten Wetter haben wir nix davon. Wenn auch nicht hitverdächtig, so wollt ich euch doch Tragebilder zeigen.



Immer noch besser als gar nix, nicht?



Gestrickt mit Nadeln Nr. 3.75 bis zu den Armlöchern nach der freien Notched Ham Tank Top-Anleitung (Ravelry-Link), danach eigenwillige Eigenkonstruktion im Freestyle-Verfahren. Zum Glück hab ich die Anleitung nicht richtig gelesen und nur überflogen, weshalb ich den "Saum" an meinem Shirt etwas breiter und im Perlmuster gestrickt hatte und dann an den Ärmelkanten wiederholte.



Das Stricken mit meinem Garn hat Spass gemacht. Trotz der nicht einfachen Spinnerei werd ich wohl nochmals etwas in dieser Art zusammen kardieren. Immer nur Wolle wär ja langweilig. ;-))

Aber jetzt geh ich trotzdem einen Wollpullover anziehen. Welchen Monat haben wir nochmal?