Dienstag, 20. November 2012

Woll- und Garn-Schnäppchen jagen im lnternet?

Martine fragt heute im Wollschaf:
Bist Du regelmäßig auf Garn-Schäppchen-Jagd im Internet und wenn ja: Wie oft, und wie viel Zeit wendest Du im Durchschnitt pro "Jagd" auf?


Ich bin kein Jäger, ich bin Sammler.
Wenn ich etwas brauche, schaue ich in Ruhe in "meinen" Shops. Auch kaufe ich sehr gerne vor Ort ein. Mir ist gute Qualität wichtig und die kauf ich, wenn es sie gibt.
Mit den Schnäppchen ist es ja meist eh so, dass man was kauft, was man einerseits gar nicht braucht und andererseits meist auch schnell merkt, dass es ein Reinfall war. Also hat man letztendlich nix gespart, dafür etwas zuhause, was man nicht wirklich braucht.

Kommt dazu, dass ich gerne selber färbe und dafür brauch ich wirklich dafür geeignete Wolle. Die gibts selten im Angebot, ist aber auch meist nicht so arg teuer.

Bin ich die grosse Ausnahme oder handhabt ihr das ähnlich?
Geht ihr auf Woll-Schnäppchen-Jagd?

Sonntag, 18. November 2012

Kontrast zum November-Grau

Rotholz - es lässt mich nicht los. Und diesmal bin ich überglücklich mit meinen Resultaten.



Um für ein ganzes Kleidungsstück genügend identisch gefärbte Wolle zu erhalten, hab ich sechs Strangen teilgefärbt im ersten und zweiten Zug.

Im dritten Zug durften Weinlaubgelbe Strangen in den Topf. Was ich rauszog, hab ich nie erwartet.



Mein allerliebstes Rot, warm und intensiv.

Im Glauben, dass die Farbkraft der Flotte nun nachlässt hab ich nochmals zwei weingelbe Strangen gefärbt. Dachte eigentlich, dass ich etwas in Richtung Orange rausziehe.
Nun denn, ein kräftiges Rostrot ist auch schön. Also doch noch mehr an Farbe drin als gedacht? Hab ich halt nochmals zwei Weinblätterfärbungen überfärbt.



Und wieder ein Rostrot. Nur einen Hauch heller als der vierte Zug. Links der vierte, rechts der fünfte Zug.

Da hab ich den zweiten Zug der letzten Krappfärbung, da sie mir zu fleckig und zu wenig intensiv war, auch noch in die Flotte gegeben und war somit bei Zug sechs. Irre, diese Farbkraft.



Wie man diese Farbe nun nennt, fällt mir gerade nicht ein. Aber sie gefällt mir total gut.

Ich bin glücklich und überwältigt von dieser Färbung. Anscheinend hab ich eine enorm gute Chargé Rotholz erwischt, solch eine Färbekraft hab ich noch nie erlebt.

Und so gibts noch ein Bild, diesmal die Züge drei bis sechs nebeneinander.



Alles Zitron Trekking, gebeizt und gefärbt nach Rotholz-Rezept zwei von Dorothea Fischer.

Jetzt hab ich viele schöne rote Wolle, dafür keine gelbe mehr. Der Farbkessel wird weiter arbeiten müssen...

Freitag, 16. November 2012

Krapp spezial

Eigentlich wollt ich eine Krappfärbung korrekt nach Rezept von D. Fischer machen. Aber es kam wieder mal alles anders. *kicher*

Der Versuch, die Krappkrümel in der Küchenmaschine zu mahlen hat nicht hingehauen. Zum Glück hat die Maschine am Mitnehmer eine Sollbruchstelle, denn die ging auch promt *krrrrrks* entzwei.
Na gut, müssen die Krappkrümel halt am Stück ins Einweichwasser, weil mörsern geht gar nicht. Um trotzdem so viel wie möglich an Farbe rauszuholen hab ich mich für Kontaktfärbung entschieden.



Der erste Zug wurde seeeeehr intensiv. Beim nachschauen wie weit der Topf schon aufgeheizt hat, hab ich versehentlich den falschen Knopf gedrückt und erst eine halbe Stunde später realisiert, dass ich damit abgestellt habe. Der zweite Zug wurde bedeutend blasser, ich denke der erste hat durch die viel zu lange Aufheizdauer sehr viel an Pigmenten aus der Flotte gezogen. In beiden Zügen hab ich Zitron Trekking gefärbt.

Im dritten Zug getraute ich mich dann nur noch eine Strange zu färben und hab dafür eine Gelbfärbung überfärbt. Hihi, wurde praktisch identisch mit dem zweiten Zug.



Also hab ich es gewagt und nochmals eine Strange in der Flotte versenkt und diesmal eine Löwenzahn gefärbte Zitron mit Seide und Bambus überfärbt.

Dass es nicht das typische Krapprot geworden ist, ist mein Fehler. Beim nächsten Mal schau ich vorher nochmals im Buch nach. Dass ich zu warm gefärbt habe hab ich erst realisiert, als ich danach nochmals nachgelesen habe.

Als Krönung des Ganzen hat auch das Fotografieren nicht klappen wollen. Leider hab ich nur mit Blitz einigermassen passable Bilder hinbekommen. Trotzdem hier noch alle Strangen miteinander.



Die Farbe ist sehr eigen, werd ich so wohl nie mehr hinbekommen. So hat diese Färbung ihren ganz eigenen Wert, unabhängig von den Reparaturkosten meiner Küchenmaschine.

Ob ich es wohl je hinkrieg diese Färbung richtig durch zu führen?